Gute Kommunikation

Kommunikation ist das wichtigste überhaupt, besonders offene und ehrliche!
Dieser Artikel ist in drei Teile gegliedert – Teil 1: Die allgemeine Kommunikation, wenn es um das gemeinsame Sexleben geht, Teil 2: die Kommunikation beim Sex und Teil 3: das Schöne am Kommunizieren.

Teil 1: Kommunikation ist DIE Grundlage für guten Sex! Wie soll der Partner / die Partnerin ohne Kommunikation wissen, was die Wünsche, Fantasien, Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse sind. Und trotzdem ist genau das für viele sehr schwer. Ich, der in der Luftfahrt – im Cockpit eines Airbus – arbeite hab sehr viel mit Kommunikation zu tun. Also, wie funktioniert gute Kommunikation?
Das wichtigste ist eine “No Judge Policy“. Mit anderen Worten: Du kannst mir immer alles sagen und ich werde dich niemals dafür verurteilen! (Zumindest so lange es auf nette, positive Weise geschieht – aber das versteht sich ja eigentlich von selbst). Jeder, der etwas nicht an- oder ausspricht, hat Angst vor Verurteilung. Mit dem Agreement, den Anderen nicht zu verurteilen, egal was er sagt, nimmt man diese Angst. Allerdings sollte dies nicht nur gesagt, sondern auch gedacht werden. … Wenn Er Ihr z.B. sagen kann, dass er mal Bock hat sie zu fesseln und ihr den Hintern zu versohlen, obwohl sie offensichtlich nicht auf so etwas steht. Oder Sie Ihm sagen kann: „Ich hab mal Bock auf ’nen größeren Schwanz als deinen“ ohne dass danach der Haussegen schief hängt, ist das der richtige Anfang.
Das zweitwichtigste ist eine “Speek it out“ und “Let’s talk about all“ Policy. Also: sprich es aus, wenn du etwas auf dem Herzen hast! Wir können über ALLES reden. Egal was der Eine ausspricht: Der Andere muss es ernst nehmen und dann wird darüber in einer angenehmen Atmosphäre und konstruktiven, lösungsorientierten Weise darüber gesprochen!
Der nächste Punkt, den man haben sollte, ist eine gemeinsame „Let’s find a Solution Policy“. Mit anderen Worten: der Grundsatz sollte stets sein, dass jeder daran interessiert ist, gemeinsam eine Lösung zu finden! Geht es um einen Wunsch, den einer von beiden hat, dann schaut gemeinsam, wie ihr diesen umsetzen könnt. Mag der Andere dies nicht, schaut wie der Eine trotzdem auf seine Kosten kommt. Gibt es ein Problem, war etwas nicht gut, so schaut zusammen, was anders oder besser gemacht werden kann. Empathie spielt dabei eine große Rolle – wechselt ggf. einmal die Seiten, bewertet etwas aus der Sicht eures Partners / eurer Partnerin. Das trägt meist dazu bei, weiterzukommen.
Und schlussendlich: sollte auf das ganze stets Dankbarkeit und Wertschätzung folgen. Also eine „Appreciation Policy“ Seit immer dankbar, wenn euer Gegenüber eine Idee hat, einen Wunsch ausspricht, eine geheime Fantasie teilt, Verbesserungsvorschläge hat, Gefühle und Emotionen offenbart oder ein Problem anspricht. Durch diese Dankbarkeit gibt man einander das Gefühl, dass der Schritt, etwas zu kommunizieren, der richtige war. Und alles an-/ausgesprochene ist auch eine Chance zu Verbesserung sowie gemeinsamen Vorankommen.
Kommunikation ist immer gut. Schweigen, verheimlichen, zurückstecken dagegen ein Problem – und größtenteils einer der Hauptgründe, wenn es in einer Beziehung schiefgeht!
Eine „Honesty & Transparency Policy“ ist daher ebenso wichtig. Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz = Vertrauen. Dabei ist aber jedoch der Weg einer diplomatischen Ehrlichkeit zu empfehlen. Denn eine gnadenlose, direkte und damit häufig verletzende Ehrlichkeit ist Kontraproduktiv.
Und für all die, die schriftlich kommunizieren (ob in Briefen, via WhatsApp, im Chat bei JoyClub oder Tinder usw.) kommuniziert eindeutig und unmissverständlich, das ist bei nicht persönlicher Kommunikation unglaublich wichtig. Lieber ein Wort mehr, als ein Missverständnis!

Teil2: Genauso wichtig ist die Kommunikation beim Sex selbst. Merke: Wir kommunizieren immer!!! Die meiste Zeit jedoch unbewusst, via Körpersprache. Und dies tun wir ganz besonders beim Sex – wenn wir Besseres zu tun haben, als zu quatschen. Daher ist es gut, diese Kommunikation zu beherrschen. Ganz besonders im Kinky & BDSM Bereich, wo mitunter der eine oder andere gar nicht die Möglichkeit hat, etwas zu sagen. Hier ist es erst recht gut, wenn man die Körpersprache seines Gegenübers lesen kann. Noch optimaler ist es natürlich, wenn man diese Körpersprache bewusst steuern kann, umso mit seinem Partner / seiner Partnerin zu kommunizieren. Hier mal komprimiert ein paar Grundlagen dazu:
1. Auf die Geräusche des anderen hören bzw. die richtigen senden: klar ein lustvolles Stöhnen ist unverkennbar, dass etwas gut ist, gefällt und man mehr davon will. Viele, gerade Männer, sind damit aber eher sparsam. Und die allerwenigsten nutzen es bewusst zum Lenken. Probiert es doch mal aus, den anderen nur über Stöhnen zu lenken, als sei es eine Fernbedienung. Und findet zugleich die Geräusche heraus, die euer Gegenüber von sich gibt, wenn etwas nicht so gut oder gar unangenehm ist.
2. Atmung: hört genau darauf, oder setzt diese bewusst ein – gerade bei all denen, die nicht so ganz von der lauten Sorte sind. Ist die Atmung langsam und tief, bedeutet es Entspannung, Wohlbefinden. Ist diese eher flach und schnell, deutet das auf hohe Erregung hin. Luftanhalten ist ein Zeichen von Anspannung und kann Schmerz bedeuten oder etwas kontrollieren zu wollen (ein Gefühl zu unterdrücken, einen Orgasmus zu erzwingen).
3. Der Gesichtsausdruck: ist dieser eher freundlich, lachend, heiter = gut, gefällt, weiter so / oder unfreundlich, verbissen, verzogen = nicht gut, unangenehm, aufhören.
4. Näher kommen, zurückziehen: Wenn etwas gefällt – z.B. das Lecken, Fingerspiele, Berührungen – dann geht die Bewegung automatisch darauf zu. Geht die Bewegung davon weg, ist es wohl eher nicht so gut und man sollte dem Fehler widerstehen “hinterherzulaufen“.
5. Katzenbuckel vs. Hohlkreuz: gerade im Kinky & SM-Bereich ein sehr eindeutiges Zeichen und schließt sich dem Punkt 2 an. Ein Katzenbuckel heißt immer, dass etwas nicht gut bzw. unangenehm ist. Es kann auch einfach die Bitte nach einer kurzen Pause bedeuten. Dagegen ist das Herausstrecken des Pos ein gutes Zeichen dafür, dass es gut ist, das mehr gewollt wird.
6. Kalter Schweiß: gerade wenn es extremer wird vielleicht in Grenzbereiche geht, ist dies ein ganz wichtiges Signal dafür, dass etwas zu viel ist. Hier sollte unbedingt aufgehört werden!

Teil 3: Das Schöne beim harmonischen miteinander kommunizieren ist es doch, den anderen an seiner Gedankenwelt teilhaben zu lassen, schließlich ist nicht Sex, sondern genau das die höchste Form von Intimität! Meinen Körper bekomme ich zurück, die Gedanken, die ich mit jemandem geteilt habe, jedoch nicht mehr, auch wenn sich die Zeiten einmal wandeln sollten! Doch diese besondere Intimität – die tiefen Gespräche – vor allem über intime Dinge, oder den gemeinsamen Sex, über geheime Fantasien, gemeinsame Vorhaben … das ist etwas Wunderschönes war echt verbindet! Zudem kann es wahnsinnig last-steigernd sein, sich in passender Atmosphäre über sexuelle Wünsche, Fantasien, die nächste Pärchenparty oder das Einrichten eines gemeinsamen Spielzimmers zu auszutauschen.

HINWEIS: Dieser Artickel wird in den nächsten Tagen/Wochen noch erweitert werden.