Wünsche, Sehnsüchte, Fantasien – Dinge die wir alle auf die eine oder andere Weise haben. Wenn wir nun jemand neues kennenlernen, steht immer die Frage im Raum: werde ich diese Dinge mit jener neuen Person ausleben können? Aber auch in langen Beziehungen gibt es diese Wünsche, die bislang nicht ausgesprochen oder umgesetzt wurden. Dieser Beitrag soll euch dabei helfen eurem Ziel näherzukommen … ja es hoffentlich sogar zu erreichen.
Als ich vor einiger Zeit das Sales Boot Camp an der Jürgen Höller Academy besuchte, sprach Star-Coach Mike Diersen davon, dass wir „immer verkaufen“. Wir verkaufen unser Können und unsere Qualifikationen bei Bewerbungen, unser Aussehen und Charakter bei der Partnersuche, unsere Ideen, Vorhaben und Visionen gegenüber unserer Freunde. Ja sogar der Räuber der in einer dunklen Gasse lauert, um dir das Messer unter die Nase zu halten und dein Geld zu fordern verkauft etwas, nämlich Angst und Schrecken. Ist er ein schlechter Verkäufer, überzeugt er dich nicht Angst zu haben und du gehst einfach weiter … Okay ich schweife ab. Bei alledem hämmerte Mike Diersen eine goldene Regel in unsere Köpfe: „wir verkaufen niemals durch Druck, sondern immer durch Sog!“
Wenn wir an unsere Wünsche, Sehnsüchte und Fantasien denken, die wir in unserer Partnerschaft, Beziehung, Freundschaft Plus, Affäre … gern umgesetzt haben möchten, sollten wir uns genau an diese goldene Regel erinnern, denn sie funktioniert! Unserem Partner oder unserer Liebsten also einen Wunsch durch „Sog“ verkaufen – okay. Nun aber wie funktioniert das? Was ist damit gemeint?
Mit “Sog“ ist in dem Fall Begeisterung, emotionales Abholen, Anlocken und Verführen gemeint. Dabei gehen Emotionen – in dem Fall bevorzugt positive – über Argumentation und Logik. Die andere Person soll von selbst Lust bekommen die neue Erfahrung zu machen! Bei allem Steht jedoch eines an allererster Stelle und das ist eine offene Kommunikation. Mehr dazu hatte ich bereits in meinem Beitrag über Gute Kommunikation geschrieben.
An der Stelle möchte ich einmal zwei Beispiele aufführen, die zeigen, wie man es absolut nicht machen sollte und was ein guter Weg ist, jemanden da hinzuführen, die eigenen Wünsche mit umzusetzen und etwas Neues auszuprobieren.
1. Der falsche Weg: in einer vorangegangenen Beziehung haben meine damalige Partnerin und ich ständig Neues ausprobiert. Wir haben immer wieder unseren Horizont erweitert, Grenzen überschritten. Trotz alledem gab es immer noch offene Wünsche, Fantasien und Punkte auf der “Will try List“. Im Wesentlichen waren diese sehr ähnlich, doch sie wollte die Dinge in einem immer schnelleren Tempo. Immer größere Schritte, immer abgefahrenere Dinge, am liebsten jedes Wochenende. Der Druck wuchs und wuchs, wurde extrem und dementsprechend auf meiner Seite das Unbehagen, das Bedürfnis in die Bremse zu treten immer größer. Erfahrungen, die eigentlich hätten, großartig sein können wurden zum Desaster. Als das Ungleichgewicht Übermaß annahm, begann sie weniger zu kommunizieren, stattdessen allein voranzugehen, verheimlichte Dinge. Zwar vielleicht irgendwo verständlich, doch damit war das Vertrauen und somit jegliche Grundlage weg. Das Todesurteil für die Beziehung.
Mit nur etwas mehr Zeit und vor allem ohne Druck hätten alle Gemeinsamen und individuellen Ziele erreicht werden können. Tja, wenn man mit dem Kopf durch die Wand will, geht die Wand immer als Sieger daraus hervor.
2. Der richtige Weg: Ganz anders war es hingegen mit …hmm nennen wir sie einfach mal Diana. Ganz klassisch verheiratet, liebt Sex, doch noch nicht groß irgendetwas Ausgefallenes probiert – kein Anal, von Pegging und Spanking noch nie gehört, BDSM kannte sie nur aus dem Film Fifty Shades of Grey und Dreier oder Vierer nur von Erzählungen anderer. Nun ja, durch meine Arbeit als Flight Instructor kenne ich mich damit aus Menschen im richtigen Tempo in neue Situationen zuführen und dann bis in Grenzerfahrungen hineinzuleiten, sodass sie es schaffen. Ich habe also keine Angst vor unerfahrenen Personen, im Gegenteil, ich sehe es, als Herausforderung ihnen etwas zu zeigen. Diana zeigte mir schnell, dass sie neugierig war. Sie wollte neues probieren, die Dinge erkunden, die ihr bislang verborgen geblieben waren. Andererseits waren viele Bereiche, in denen ich unterwegs war für sie so unvorstellbar wie ein Helene Fischer Konzert auf dem Mars – natürlich nackt! Manches lehnte sie gar ab. Und da kam jetzt das Geschick eines guten Verkäufers ins Spiel.
Ich war von der ersten privaten Begegnung an sehr offen bezüglich dem, was ich so tat. Ich erzählte ihr wie toll es war, welch unglaubliche Emotionen manches freisetzen konnte, wie sich gewisse Dinge anfühlten und warum ich es so sehr liebe. Es machte sie unglaublich neugierig, hegte sie doch wie die allermeisten Frauen die geheimen Wünsche geführt und genommen zu werden. Harte spiele zu erleben, die dennoch erregend sind. Genauso erzählte ich aber auch von meinem Weg dahin, von negativen Erfahrungen, die ich gemacht hatte und wie ich damit umgegangen war. Auch das Manches erst mit der Zeit so richtig gut wurde. Und, dass ich ebenso Bedenken, Ängste und Vorbehalte hatte. Das schaffte vertrauen – die Grundlage schlecht hin. Wir kaufen nur, wenn wir dem Verkäufer vertrauen.
Beim Sales Boot Camp nannte Mike Diersen es den “Probekauf“. Ich nenne es den “Mind Fuck“. Dabei beschrieb ich ihr fiktive Szenarien – sehr detailliert und mit Betonung auf die dabei entstehenden hochfliegenden Gefühle. Es weckte ihr verlangen. So wusste ich, diese Dinge ruhigen Gewissens beim nächsten Mal umsetzen zu können.
Egal um was es ging, ich gab ihr immer die Zeit, die sie brauchte; ließ Ideen, die ich ihr vorgab in ihrer eigenen Gedankenwelt reifen. Ich gab ihr Vertrauen und Sicherheit, dass NIEMALS etwas passieren würde, was sie nicht will. Dann bot ich ihr Gelegenheiten an und wenn sie mal eine ablehnte, war das okay, schließlich konnte ich dafür sorgen, ihr die Gelegenheit nach einiger Zeit erneut anzubieten. Meist ging sie jedoch gleich mit und genoss das aufregende Spiel, das Adrenalin, die Emotionen. Am Ende war sie stolz auf sich und mir dankbar für die neuen Erfahrungen.
Ein Jahr nachdem wir uns das erste Mal begegnet waren stand sie gefesselt am Andreas-Kreuz und ließ sich von zwei Typen mit Reitgerte und dem 99-Schwänzigen Leder-Flogger hübsch den Hintern versohlen – weil SIE es wollte, denn es erregte sie enorm! Analverkehr, anfangs ein Tabu inzwischen versetzte sie es in Trance. Sie trieb es jetzt mit zwei Herren gleichzeitig und leckte dabei einer anderen Frau die tropfende Perle, kam fünfmal hintereinander und Squirtete dabei wie die Niagarafälle ohne Rücksicht auf Verluste alles klitschnass. Selbst Pegging und Analingus beim Mann liebte sie inzwischen. Zwölf Monate zuvor alles absolut unvorstellbar. Aber es war es definitiv wert, ihr diese Zeit zu geben, keinen Druck auszuüben, stattdessen Momente zu schaffen in denen sie selbst aus eigenen Stücken vorangehen konnte. Ich hatte nur die Ehre ihr den Weg zu weisen und sie gelegentlich an die Hand zu nehmen. Genaugenommen könnte man sogar sagen: nicht Sie hat meine Wünsche erfüllt all das kinky Zeugs mitzumachen, sondern ich konnte ihr damit eine enorme Bereicherung schenken.
Mit anderen Worten: „Wenn du das nicht mitmachst, suche ich mir jemand anderes!“ Grundlegend FALSCH!!!
„Wenn du mir diesen Wunsch erfüllst, bist du mein Superheld / meine Königin. Ich werde dir zu Füßen liegen. Du wirst mich so glücklich erleben wie nie zuvor und ich werde mich revanchieren.“ PERFEKT, genau SO!!!
Wie heißt es doch so schön: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Auch nicht, wenn man etwas darauf legt, um Druck auszuüben. Nein, man muss dem ganzen Raum geben. Und Licht und Wärme und Nährstoffe. Und ganz besonders muss man natürlich erst einmal den Samen in die Erde bringen, in dem man die Wünsche anspricht!
Viele haben jedoch vorbehalte gewisse Wünsche oder Fantasien dem Partner offen zu kommunizieren. Warum? Weil da die gewisse Angst besteht, Sie oder Er könnte es komisch oder gar pervers finden. Oder es eben ganz einfach nur ablehnen. Aber hier liegt der Fehler! Man wäre überrascht, was die Freundin oder der Partner, die Affäre oder der Ehemann alles bereit ist mitzumachen, wenn die richtigen Knöpfe gedrückt werden! Ich hatte vorhin schon einmal erwähnt, dass man am besten durch Emotionen verkauft. Die Emotionen, die der andere in einem erzeugen kann, wenn der Wunsch erfüllt wird.
…Sie will ihm einmal beim Orgasmus während des Cunnilingus so richtig den Saft ins Gesicht squirten oder er ihren Natursekt trinken. Sie will von ihm einmal mit der Hand fest am Hals gegen die Wand gedrückt werden, für den heißesten, leidenschaftlichsten Kuss oder mit dem schwarzen XXL Dildo von ihm verwöhnt werden oder gar ordentlich den Hintern versohlt bekommen. Er möchte einmal von ihr durch eine Analmassage zum Höhepunkt gebracht werden, ja vielleicht sogar durch Pegging. Sie will wissen wie es ist zwei Schwänze auf einmal in sich zu spüren.
Ja das sind Wünsche, die lassen sich für den Einen oder die Andere nicht einfach verkaufen. Wenn man Sie / Ihn jedoch durch die Emotionen, die man beim Ausleben dieser Fantasien haben wird, anlocken kann, ist es relativ einfach. Ich habe noch keine Frau kennengelernt, die es nicht selbst wahnsinnig geil macht mitzuerleben, wenn Mann mal so richtig abgeht. Wenn er einen Ständer hat, mit dem er einen gefrorenen Acker pflügen könnte und Gefühle zeigt, die sie sonst nicht zu sehen und hören bekommt. Mir geht es nicht anders, wenn ich mit einer Frau etwas tun kann, was sie völlig ins Lustuniversum katapultiert, sie zum Zucken und Beben bringt wie nichts anderes. Diese Tatsachen sind die besten Verkaufsargumente für unsere Wünsche. Das ist der „Sog“ den wir erzeugen können. Und aus meinen bisherigen Erfahrungen ist es immer erfolgreich. IMMER.
Probiert es gern aus und berichtet uns davon. Oder falls es Fragen gibt, noch etwas unklar ist: schreibt uns doch ’ne Mail.