Heute soll es mal um das Reisen mit Toys gehen. Und nein, damit ist nicht der LEGO-Bausatz oder die Barbiepuppe im Rucksack gemein. Ebenso reden wir hier nicht vom Wochenendausflug auf den Zeltplatz, der Fahrt in eine Ferienwohnung an die Ostsee oder ins Ski-Hotel nach Österreich … Nein, hier geht es um die Brisanz von Flugreisen mit handfesten Sexspielzeugen und Gegenständen aus dem Kinky und BDSM-Bereich. Das kann bestenfalls peinlich für euch enden, schlimmstenfalls mit strafrechtlicher Verfolgung. Wenn man aber ein paar Dinge beachtet, dann steht dem gepflegten Bumswochenende auf Malle, dem Gay-Trip nach Thailand, der wilden JoyCruise in den Ägäis oder den erlebnisreichen Flitterwochen auf Mauritius nichts im Wege.
Da ich ja aus dem Fachbereich der Luftfahrt bin und hier öfters das eine oder andere Erlebe, habe ich ein paar sachdienliche Hinweise für euch zusammen gestellt. Und da geht es auch schon mit einer der grundlegendsten Fragen los: muss mein Spielzeug ins Handgepäck oder Aufgabegepäck??? Nun ja, dazu muss man ganz allgemein folgendes sagen: Bei allen Gegenständen, die ihr so mitschleppt, wird gemäß Luftsicherheitsgesetz in zwei Kategorien eingeteilt. Savety & Security! Und danach richtet sich auch wohin ihr was packen solltet.
Savety = alles wovon ohne menschliche Einwirkung eine Gefahr ausgeht. Also entzündliches, brennbares, explosives, etc. Dazu gehören leicht entflammbare Flüssigkeiten und vor allem auch Akkus! Und letztere finden sich ja bekanntlich in euren Vibratoren! Alles, was in die Savety-Kategorie fällt, gehört also ins Handgepäck! Wenn ihr demnach euren MagicWand im Koffer habt, stehen die Chancen sehr gut, dass ihr danach zur Reisegepäckfachkontrolle müsst und diesen unter den Augen eines Bundespolizisten ins Handgepäck umpacken dürft. Außer ihr seid noch in Besitz eines Retro-Geräts aus den 90ern, das ihr mit Batterien befüllen müsst, dann könnt ihr die herausnehmen und das Ding so im Koffer transportieren. Trotz alledem, solltet ihr euch darauf einstellen, dass das Sicherheitspersonal noch mal einen Blick in eure Handtasche wirft, wenn ihr da den 30 cm Stoßvibrator drin habt – nehmt es einfach mit Humor. Glaubt mir, die Damen und Herren haben auf den Röntgengeräten (und auf denen erkennt man ALLES) schon so ziemlich alles gesehen. Meistens ignorieren sie es mit einem dezenten Schmunzeln.
Security = alles was in der Hand eines Menschen zur Gefahr werden kann. Das gehört dann ins Aufgabegepäck! Sprich also: Messer, Gabel, Schere … darunter fallen aber auch alle Schlagwerkzeuge und Gegenstände zum Fesseln! Okay Kabelbinder und Klebeband einmal ausgenommen. Bei dem Paddle in der Größe einer Tischtenniskelle im Handgepäck sollte vermutlich auch keiner etwas sagen. Aber bitte, der Rohrstock, euer Flogger, die Lederpeitsche, die Handschellen, das Stachelhalsband usw. sollten im Aufgabe-Koffer landen, anderenfalls wird man es euch abnehmen – genauso wie das Schweizer Taschenmesser oder die Nagelfeile.
Es gibt aber noch eine dritte Kategorie und bei der seid ihr immer für eine Nachkontrolle Mode: der in Fachkreisen genannte „Schwarz-Alarm“. Dabei geht es nicht um den afrikanisch anmutenden Riesendildo, sondern um alles, was so massiv ist, dass die Röntgenstrahlen der Gepäckkontrollgeräte es nicht durchdringen können. Diese Dinge erscheinen schwarz auf den Monitoren der Beamten und man wird den jeweiligen Gegenstand IMMER in Augenschein nehmen. Lasst also vielleicht eure großen Edelstahl-Plug besser daheim!
Zu guter Letzt solltet ihr natürlich auch auf dem Schirm haben, in welchen Kulturkreis ihr reist. Hierzulande sind Sexspielzeuge jeglicher Art kein Thema. Wenn ihr aber in einer dieser neuen Luxusresorts in Saudi-Arabien reist, oder ab Dubai auf Kreuzfahrt geht, dann überlegt besser Zweimal, ob das eine oder andere Toy mit muss. Der dortige Secutity-Officer reagiert vielleicht nicht so gelassen, wenn er den Analvibrator aus eurem Reisegepäck holt. Denkt auch daran, dass homosexuelle Handlungen in manchen, vor allem muslimischen und afrikanischen Ländern unter Strafe steht. Spielzeuge, die derartige Handlungen nahelegen, sind daher eher suboptimal.
In dem Sinne: eine Lustvolle nächste Flugreise mit vielen heißen Erlebnissen – wo auch immer diese hingeht. Gern könnt ihr uns auch mal eine Mail schicken, und von euren Erlebnissen mit euren Sex-Toys bei der Sicherheitskontrolle berichten.
Tipp: und so ein kleiner süßer Vibrator im Handgepäck, der unter der Decke auf dem nächtlichen Langstreckenflug für Ablenkung sorgt, ist definitiv ein empfehlenswertes Reise-Accessoire – und ein guter Einstieg es in den Mile High Club zu schaffen 😉